Kadett


Kadett
Ka|dẹtt 〈m. 16
1. 〈bis 1918〉 Zögling einer militärischen Erziehungsanstalt, der die Offizierslaufbahn ergreifen will
2. 〈umg.; scherzh.〉 Bursche, Kerl
● du bist mir so ein \Kadett!; na wartet nur, ihr \Kadetten!  [<frz. cadet „Offiziersanwärter, nachgeborener Sohn“]

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1Ka|dẹtt, der; -en, -en [frz. cadet = Offiziersanwärter < gaskogn. capdet (= aprovenz. capdel) = (kleiner) Hauptmann, urspr. Bez. für Söhne gaskognischer Edelleute, die als Offiziere in den königlichen Dienst traten < lat. capitellum = Köpfchen, Vkl. von: caput = Kopf]:
1. (früher) Zögling einer Kadettenanstalt.
2. (schweiz. früher) Mitglied einer uniformierten Jugendorganisation.
3. (ugs.) Bursche (1):
ihr seid mir vielleicht -en!
2Ka|dẹtt, der; -s, -s [zu 1Kadett (1), nach der häufigen Verwendung dieses Stoffs in Militärschulen für die (Unter)kleidung der Kadetten]:
blau-weiß od. schwarz-weiß gestreifter Baumwollstoff für Berufskleidung.

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Kadẹtt
 
[französisch cadet »Offiziersanwärter«, auch »zweitgeboren«, »jünger« (weil die von der Erbfolge ausgeschlossenen nachgeborenen Söhne gaskogn. Edelleute häufig als Offiziere in königliche Dienste traten), von altgaskognisch capdet »kleines Haupt«, »(kleiner) Hauptmann«, zu lateinisch capitellum »Köpfchen«] der, -en/-en, früher der Zögling einer auf den Offiziersberuf vorbereitenden Lehranstalt. In Frankreich wurden 1682 erstmals spezielle Kompanien zur Offiziersausbildung aufgestellt. Im Zusammenhang mit der Herausbildung stehender Heere wurden Kompanien zur Erziehung und Ausbildung des Offiziersnachwuchses auch in anderen Ländern errichtet, so u. a. 1692 in Sachsen (»Adeliches Cadetten-Corps« in Dresden) und 1756 in Bayern (München). Die Bezeichnungen sowie die Ausbildungsinhalte derartiger Kompanien änderten sich häufig. So waren u. a. die Kadettenanstalten militärische Internate für die Erziehung v. a. der Söhne von Offizieren und Beamten; sie hatten den Lehrplan etwa eines Realgymnasiums. Das von Friedrich Wilhelm I. 1716 gegründete preußische Kadettenkorps umfasste mehrere Anstalten mit den Klassen Sexta bis Obertertia und die Hauptkadettenanstalt in Berlin-Lichterfelde mit den höheren Klassen. Nach Absolvierung der Obersekunda hatten alle Zöglinge das Fähnrichsexamen abzulegen. Wer das Abiturientenexamen bestanden hatte, wurde beim Eintritt in die Armee sogleich Fähnrich. - 1919 wurden die Kadettenanstalten aufgelöst oder in zivile staatliche Bildungsanstalten umgewandelt.
 
Das österreichisch-ungarische Heer verfügte in seinen Kadetten- und Militärrealschulen über ähnliche Internate. Kadetten hießen auch die Offiziersaspiranten bei der Truppe; dem deutschen Fähnrich entsprach der Kadetten-Offizierstellvertreter. Die Anstalten wurden nach 1918 in Bundeserziehungsanstalten (jetzt Gymnasien) umgewandelt.

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1Ka|dẹtt, der; -en, -en [frz. cadet = Offiziersanwärter < gaskogn. capdet (= aprovenz. capdel) = (kleiner) Hauptmann, urspr. Bez. für die von der Erbfolge ausgeschlossenen nachgeborenen Söhne gaskognischer Edelleute, die als Offiziere in den königlichen Dienst traten < lat. capitellum = Köpfchen, Vkl. von: caput = Kopf]: 1. (früher) Zögling einer Kadettenanstalt. 2. (schweiz. früher) Mitglied einer uniformierten Jugendorganisation. 3. (ugs.) Bursche (1): ihr seid mir vielleicht -en!
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2Ka|dẹtt, der; -s, -s [zu 1Kadett, nach der häufigen Verwendung dieses Stoffes in Militärschulen für die (Unter)kleidung der 1Kadetten (1)]: blau-weiß od. schwarz-weiß gestreifter Baumwollstoff für Berufskleidung.

Universal-Lexikon. 2012.

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